Aktuelles

Das große Turnier in Sankt Wendel - Sieger Joram van Essen04.09.2012
Ritterlichkeit bescherte Joram van Essen den Sieg
Die Ritterlichkeit seiner Kontrahenten bescherte Joram van Essen den Sieg beim Großen Turnier in St. Wendel. Nach Lanzenstechen und Melée, siegte er nicht allein aufgrund seiner Resultate. Joram van Essen, gebürtiger Neuseeländer und heute in den Niederlanden lebend, errang mit 103 Punkten in der Gesamtwertung den Sieg. Einige davon verdienten seine Mitstreiter an seinerstatt, nachdem er am letzten Turniertag im Tjost verletzt wurde. Arne Koets, der Ritter der ihn um Duell verletzt hatte, schenkte ihm fünf Punkte, die er von der Damenjury bekommen hatte, als er zugunsten des am Vortag verletzten Dr. Tobias Capwell vier Gegner herausforderte. Durch dieses Geschenk fiel Koets auf den zweiten Platz zurück, erntete für diese ritterliche Geste aber erneut Sonderpunkte der Damenjury. Bester Knappe wurde der Deutsche Andreas Wenzel.
Dr. Tobias Capwell, der zum engen Favoritenkreis zählte, wurde bereits am zweiten Turniertag an der Lanzenhand verletzt. Aber sowohl Capwell, als auch van Essen waren, wenn auch nicht mehr in Rüstung, sondern als Edelmänner gekleidet bis zum Ende im Turnier aktiv und unterstützen ihre Gefährten vor allem im Melée durch ihre herausragende Reitkunst.

Das große Turnier in Sankt Wendel - Nachlese04.09.2012
St. Wendeler Turnier setzt Meilenstein im musealen Reenactment
Kaiser Maximilian, dem letzten Ritter, wäre wohl auch begeistert gewesen, hätte er die Zeitreise mit erlebt, welche die Stadt St. Wendel zu seinen Ehren ausgerichtet hat. St. Wendel nahm die spannende Herausforderung an, unter wissenschaftlicher Beratung eine große Turnei der maximilianischen Ära samt Ambiente mit größtmöglicher Originaltreue zur Zeitstellung der Frührenaissance nachzustellen – und bestand mit Bravour. Damit richtet die Mittelstadt im Saarland vor dem Hintergrund ihrer reichen Geschichte ihre Kulturarbeit neu aus. Bürgermeister Klaus Bouillon und Kultur- und Marketingchef Thomas Wüst wollen das kulturhistorische Potential St. Wendels noch stärker nutzen und in lebendiger Form statt hinter festen Mauern präsentieren. Über 11 000 Besucher sprachen ihr Urteil über diese museale Pionierarbeit mit anderen Mitteln: Beeindruckend, phantastisch, einmalig.
Der Zeitsprung aus dem Jahr 2012 in das geschichtliche Jahr 1512, als der Kaiser in der Stadt St. Wendel weilte, ist nach Ansicht von Fachleuten und Publikum gar meisterlich gelungen. Es ist wohl das historisch korrekteste Ritterturnier seit dem Mittelalter, das im saarländischen St. Wendel stattgefunden hat. Die Fachwelt redet von einem Meilenstein im anspruchsvollen Reenactment. Die Stadt St. Wendel mit ihren Beratern sowie die zehn ritterlichen Akteure der Neuzeit, die sich über drei Jahre akribisch in Bezug auf Ausrüstung und Ausbildung der Pferde vorbereitet hatten, haben auf Anhieb weltweite Anerkennung gefunden.
Turnierritter aus dem Hochadel waren die Superstars des Mittelalters. Sie zogen von Turnier zu Turnier und begeisterten die Massen. Und die Ritter, die in St. Wendel im Lanzenstechen, dem sogenannten “Tjost” und im “Melée”, einer Art Massenkampf zu Pferd teilnehmen, gehören heute ebenfalls zu den weltbesten ihrer Zunft. Nur wenige Reiter beherrschen die in St. Wendel gezeigte Form des Kampfes mit echten Waffen. Geschützt sind sie lediglich durch ihre originalgetreu reproduzierten Rüstungen sowie durch ihre eigenen Fähigkeiten und die ihrer Pferde. Mit beeindruckender Energie prallten die Kontrahenten nach ihrem imposanten Einzug in die Arena aufeinander.
Wissenschaftliche Korrektheit war und ist den Organisatoren sehr wichtig. Dies gilt für die Turnierveranstaltung selbst wie auch für das den Turnierplatz umgebende Lager, wo sich die besten Reenactment-Gruppen Europas zusammenfanden, um die Besucher bei ihren Rundgängen geduldig und ausführlich zu informieren. Ebenso anschaulich waren die Erläuterungen, die Turniermeister Wolfgang Krischke und seine Frau Kristin Krischke, ihres Zeichens Direktorin der fürstlichen Hofreitschule Bückeburg, dem staunenden Publikum gaben.
Nach drei Tagen packenden Wettkampfgeschehens der edlen Ritter auf ihren hoch trainierten Pferden stand der wohl verdiente Sieger des Großen Turniers von St. Wendel fest: In überragender Form siegte der aus Neuseeland kommende und nun in Holland lebende Joram van Essen. Als Preis für seine ritterliche Meisterschaft erhielt der das Schwert der Ehre, das die Stadt St. Wendel eigens bei einem Waffenschmied in England anfertigen ließ. Dem Kaiser hätte es gefallen.

Das große Turnier in Sankt Wendel - Mauritz-Hansen und Alex van Zijl11.07.2012
U.a. führte eine Verletzung dazu, dass Graham Turner und Jason Kingsley nicht aktiv an den Wettbewerben teilnehmen können. Als vollwertiger Ersatz rücken Ivar Mauritz-Hansen (N) und Alex van Zijl (NE) nach (Details siehe Akteure und Pferde).

Das große Turnier in Sankt Wendel - Mittelalterliche Sättel03.08.2012
Joram von Essen, einer der aktiven Teilnehmer am Großen Turnier in Sankt Wendel beschäftigte sich lange Jahre mit der Erforschung mittelalterlicher Kriegs- und Turniersättel. Wie es am Ende zu einem erfolgreichen Nachbau solcher Stücke, die auch beim Turnier in Sankt Wendel eingesetzt werden, gekommen ist, beschreibt er im Folgenden:

Mittelalterliche Sättel
Ein bei dem Reenactment eines historischen Tjosts häufig übersehener Aspekt ist die korrekte Form des Sattels. Dieser stellte das wichtige Verbindungselement zwischen Reiter und Pferd dar und war speziell für die Nutzung mit einem besonders gestalteten Harnisch und für einen spezifischen Zweck konzipiert, dem des Kampfes zu Pferd. Ohne sich der Panzerung bewusst zu sein, ist es sehr schwierig ein einen geeigneten Sattel zu fertigen und darauf einen durchaus authentisch geharnischten Reiter mit guten Ergebnissen zum Einsatz zu bringen.
Mit diesen Erkenntnissen begann ich 2003 erhaltene Sättel jener Zeiten zu untersuchen; begonnen habe ich dabei mit einem Sattel des 15. Jahrhunderts in den Royal Armouries in Leeds, England. Erste nachgefertigte Prototypen wurden dann über mehr als vier Jahre ausgiebig getestet. Dabei zeigte sich, dass sie durchaus sicher zu beherrschen sind. Weitere Versuche und Tests wurden dann in der Wallace Collection, London, mit Hilfe des dortigen Kurators Dr. Tobias Capwell sowie in der fürstlichen Hofreitschule Bückeburg, dort mit Unterstützung durch den Reitmeister Wolfgang Krischke, durch- geführt. Dadurch konnten die letzten fehlenden Puzzleteile zum Verständnis mittelalterlicher Kriegs- und Turniersättel zusammen gesetzt und mit einer sicheren und funktionalen Reproduktion abgeschlossen werden.
Joram van Essen

Hier einige Bilder: Sattel (1), Sattel (2), , Sattel (4), Sattel (5)

Das große Turnier in Sankt Wendel - Arne Koets und Petter Ellingsen11.07.2012
In Nyborg, Dänemark, sind Arne Koets und Petter Ellingsen dieses Jahr schon einmal aufeinander getroffen. Beide werden am großen Turnier in Sankt Wendel um den Sieg kämpfen (siehe Video). Im Gegensatz zum Turnier in Sankt Wendel wurden hier keine Vollholzlanzen sondern solche mit einem vorderen Segment aus Pappelholz benutzt. Nichts desto trotz ein eindrucksvoller Lanzengang und eine willkommene Übung für Sankt Wendel. Arne Koets und Petter Ellingsen beim Tjosten (Bild: © Nicolai Godvin)

Das große Turnier in Sankt Wendel - Ausstellung11.07.2012
Am 29. Juni wurde im Stadtmuseum St. Wendel die neue Ausstellung „Wenn Lanzen brechen – ritterliche Turniere damals und heute“ eröffnet. Wertvolle historische Stücke aus der Zeit Maximilians, Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien, zeugen von der hohen Qualität der damaligen Rüstungen und Turnierwaffen. Ein Glossar erklärt, was man vor dem Großen Turnier von St. Wendel wissen sollte, dass vom 31. August bis zum 2. September stattfindet. Studenten der Hochschule der Bildenden Künste Saar verwandelten einen weiteren Raum in eine interaktive, multimediale, mittelalterliche Projektionslandschaft.
Hier einige Bilder: Ausstellung, Reproduktion eines Turnierzeugs für das reenactment, Detail der Reproduktion eines Turnierzeugs für das reenactment, Turnierspielzeug Kaiser Maximilians

Das große Turnier in Sankt Wendel - Willkomm11.07.2012
Ebenfalls aus der Hand von Meister Braune stammt der eindrucksvolle Willkomm, in dem den im Tjost oder im Melée erfolgreichen Rittern der Ehrentrunk gereicht werden wird.
Hier einige Bilder: Willkomm (1), Willkomm (2), Willkomm (3)

Das große Turnier in Sankt Wendel - Preise02.07.2012
Rechtzeitig zur Eröffnung unserer das Turnier begleitenden Ausstellung „Wenn Lanzen brechen – Ritterliche Turniere damals und heute“ im Stadtmuseum Sankt Wendel sind die Turnierpreise für den besten Tjoster und Meléekämpfer unter den Knappen sowie für den tapfersten Ritter des Turniers eingetroffen. Gefertig wurden sie von Ralf Braune, Thüringen www.messerthurinia.de.
Hier einige bildliche Details: Preis für den Knappentjost (1), Preis für den Knappentjost (2), Preis für Tapferkeit (1), Preis für Tapferkeit (2), Preis für Tapferkeit (3), Preis für Tapferkeit (4)

Das große Turnier in Sankt Wendel - Petter Ellingsen07.03.2012
Petter Ellingsen, ein hervoragender international aktiver Tjoster aus Norwegen, hat sich aktuell einen neuen ausgezeichneten Turnierharnisch zugelegt, der sehr authentisch ist, aber auch den für das anspruchsvolle Turnier in Sankt Wendel angelegten strengen Sicherheitsmaßstäben genügt. Er wurde als zehnter Ritter in die Gruppe der Wettbewerber aufgenommen und ersetzt Arien Aguilar aus Mexiko.